Ein Projekt für Grundschulen: Salz, Fruchtsirup & schmelzende Schokolade - und was wir sonst noch alles erforschen müssen, um Eis herstellen zu können ...


Inhaltsverzeichnis

Was ist das zentrale Anliegen des vorliegenden Projektes?
  1. Die Förderung der wirtschaftlichen und naturwissenschaftlichen Bildung von Grundschülern
  2. Ein Bild von dieser Welt statt vieler losgelöster Einzelthemen – Förderung der Verstehens- und Behaltensleistungen durch eine konsequente Beachtung der Lernpsychologie

Welche Wege beschreitet das vorliegende Projekt zur Erlangung der beschriebenen Ziele?
Überblick über die beiden zentralen Phasen, aus denen das Projekt besteht



Was ist das zentrale Anliegen des vorliegenden Projektes?

Im Zentrum stehen die folgenden beiden Anliegen:

1. Die Förderung der wirtschaftlichen und naturwissenschaftlichen Bildung von Grundschülern
Der dramatische Nachwuchsmangel beispielsweise in Ingenieurberufen weist seit langem darauf hin, wie wichtig es ist, junge Menschen in naturwissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Fragestellungen angemessen zu schulen. Deshalb werden mittlerweile für Jugendliche verstärkt entsprechende Veranstaltungen angeboten. Vorschul- und Grundschulkinder werden in diesem Zusammenhang weniger bedacht – von einigen „Experimentierstunden“ abgesehen, die aber in der Regel keine intensive und gezielte Beschäftigung mit den genannten Themengebieten nach sich ziehen.

Neuste Untersuchungen widerlegen nun genau dieses Vorgehen: In der Vorpubertät nämlich (häufig also bereits in der vierten bzw. fünften Klasse) ist gemäß vielfältigen Beobachtungen die Entscheidung über „Lieblingsfächer“ getroffen – häufig mit dem Ergebnis, dass sowohl Jungen wie auch Mädchen keinen Bezug zu wirtschaftlichen Fragestellungen und auch nur sehr begrenzt zu naturwissenschaftlichen Themen aufgebaut haben. Eine „Umkehrung“ dieser „Entscheidungen“ ist später nur in wenigen Fällen – und dann auch nur unter großer Anstrengung und hohen Kosten - zu bewerkstelligen.

Anders ausgedrückt: Wenn jemand wirklich ernst damit machen will, Kinder und Jugendliche für die betreffenden Themengebiete zu „öffnen“, der muss bei Kindern im Alter zwischen vier und zehn Jahren ansetzen. Auf diese Weise kann erreicht werden, dass die so häufig zu beobachtende Abneigung gegen die „ungeliebten“ Fächer erst gar nicht aufkommt: Kinder im beschriebenen Alter – und zwar Mädchen wie Jungen gleichermaßen - haben eine natürliche Neugier, sich mit wirtschaftlichen, naturwissenschaftlichen und technischen Fragestellungen auseinanderzusetzen.
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2. Ein Bild von dieser Welt statt vieler losgelöster Einzelthemen – Förderung der Verstehens- und Behaltensleistungen durch eine konsequente Beachtung der Lernpsychologie
Unsere Kinder begegnen jeden Tag unglaublich vielen Themen: In der Schule beispielsweise wird ein Thema nach dem anderen bearbeitet. Am Nachmittag strömen – durch Hobby, Freizeit, aber auch durch das Fernsehen – viele weitere Themen und Informationen auf die Kinder ein. Hinzu kommt, dass unsere pluralistische, durch eine sehr starke Arbeitsteilung gekennzeichnete Welt von vielen Kindern häufig als unübersichtlich und sogar chaotisch erlebt wird: Es ist ihnen nicht ersichtlich, wofür das ein oder andere gut ist – und wie die verschiedenen Schwerpunkte miteinander zusammenhängen.

Demgemäß macht es nach unserer Auffassung wenig Sinn, dass die Kinder bei uns weiteren unzusammenhängenden Themen begegnen. Davon haben sie schon genug. CLEVERMOBIL e. V. verfolgt vielmehr ein Konzept, das auf grundlegenden Erkenntnissen der Lernpsychologie beruht: Die hat wiederholt nachgewiesen, dass eine zusammenhangslose Wissensvermittlung das Lernen – und zwar sowohl das Verstehen als auch das Behalten – erheblich erschwert. Das Lernen von einzelnen, unabhängigen „Wissenspaketen“ ist völlig widersinnig, da Wissen im Gehirn nicht additiv gespeichert wird, sondern in Form von Zusammenhangsnetzen: Wissen wird mit ähnlichen, bereits gelernten Informationen verbunden und mit diesen zusammen gespeichert (vgl. Ballstaedt u.a. 1981, S. 27). Zentrale, übergeordnete Ideen wirken dabei als eine Art „Anker“, an dem sich detailliertere Informationen „festhaken“, um nicht so leicht vergessen zu werden.

Um nun Kindern das Lernen zu erleichtern, geht CLEVERMOBIL e. V. konsequent den von der Lernpsychologie empfohlenen Weg: Bei CLEVERMOBIL e. V. finden Sie keine Angebote, bei denen es um die zusammenhangslose Vermittlung einzelner Themen geht. Statt dessen entwickelt CLEVERMOBIL e. V. Konzepte und Materialien, die Kindern helfen, grundlegende Ordnungen zu erkennen. Durch das Hervorheben der gemeinsamen, vergleichbaren und verbindenden Elemente erwerben sie erste Kategorien, die ihnen helfen, unsere unüberschaubare Welt in grundlegende Gruppen einzuteilen – und sie auf diese Weise durch die Reduzierung der Komplexität besser zu durchblicken.

Das oberste Ziel sämtlicher Aktivitäten von CLEVERMOBIL e. V. besteht demgemäß darin, Kindern zu helfen, dass sie durch vielfältige, motivierende Aktivitäten eine Ordnung und Struktur gewinnen, die ihnen das Lernen und darüber hinaus die Orientierung in ihrer Welt erleichtern: Durch eine gezielte Auswahl der Themen erhalten die Kinder bei CLEVERMOBIL e. V. Hilfestellungen zum Erkennen grundlegender wirtschaftlicher und naturwissenschaftlicher Zusammenhänge, die für das Leben der Menschen sehr bestimmend sind.


Zusammenfassend kann somit das Ziel des hier beschriebenen Projektes als die Vermittlung eines grundlegenden wirtschaftlichen und naturwissenschaftlichen Wissens beschrieben werden, die kombiniert wird mit einer lernpsychologisch äußerst sinnvollen Vorgehensweise.
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Welche Wege beschreitet das vorliegende Projekt zur Erlangung der beschriebenen Ziele?

Die Wege, die im Zentrum des vorliegenden Projektes stehen, basieren auf den folgenden Grundüberlegungen:

Grundsatz Nr. 1: Von EINEM Thema zum allgemeinen Überblick
Wenn das Ziel verfolgt wird, Kindern einen ersten Überblick über die grundlegenden Strukturen ihrer Welt zu vermitteln, dann liegt tatsächlich die Gefahr nahe, sie mit vielen unterschiedlichen Themen „zuzuwerfen“. Das wollen wir natürlich nicht: Auf diese Weise würde mehr Verwirrung als Orientierung erzeugt werden.
Um diese Gefahr bewusst zu meiden, steht bei den Aktivitäten von CLEVERMOBIL e. V. i. d. R. immer nur ein Thema im Vordergrund: Anhand eines Themas lernen die Kinder die verschiedenen Schwerpunkte unserer Welt kennen und erfahren, wie diese miteinander zusammenhängen. Das eine Thema erschließt auf diese Weise einen komplexen Ausschnitt der eigenen Welt.

Hierfür wurde das Thema EIS bzw. EISHERSTELLUNG gewählt. Dieses Thema ist so vielschichtig, dass mit seiner Hilfe ganz unterschiedliche und doch sehr zentrale Bereiche unserer Welt erarbeitet werden können. Hinzu kommt, dass es für Kinder ein sehr motivierendes Thema ist: Es hilft uns, Kinder für wirtschaftliche und naturwissenschaftliche Fragestellungen „aufzuschließen“ und ihre Neugier zu wecken.
Darüber hinaus spricht für das gewählte Thema die Tatsache, dass es im aktuellen Lehrplan für das Fach Sachunterricht des Landes NRW u. a. an den folgenden Stellen wiedergefunden werden kann:
  1. „Natur und Leben“: experimentelle Erfahrungen mit Wasser und Luft, Wärme und Kälte
  2. „Technik und Arbeitswelt“: Formen der Arbeit, der Arbeitsteilung und –verteilung kennen lernen
  3. „Technik und Arbeitswelt“: mit Werkzeugen Gegenstände herstellen und dabei Einsatzmöglichkeiten verschiedener Werkstoffe erproben
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Grundsatz Nr. 2: Handlungen suchen, mit denen die Kinder die von uns anvisierten Ziele erreichen können
Handlungen sind uns wichtig. Es geht uns aber nicht ums Handeln an sich, sondern um die Erkenntnisse, die die Kinder durch die Handlungen gewinnen können. Deshalb sind alle Aktivitäten von CLEVERMOBIL e. V. sehr sorgsam im Hinblick auf die Fragestellung ausgewählt worden, ob die Kinder durch das jeweilige Tun grundlegende Erkenntnisse und Ordnungen gewinnen können.
Auf diese Weise wollen wir ein forschend-entdeckendes Lernen ermöglichen, das zugleich aktiv reflektiert wird.
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Grundsatz Nr. 3: Ordnungen und Überblick mit immer demselben Medium veranschaulichen
Es gibt unzählige Methoden, mit denen sich Kinder Ausschnitte ihrer Welt aneignen können. Da bei sämtlichen Aktivitäten von CLEVERMOBIL e. V. der Überblick und die Orientierung von besonderer Bedeutung sind, greift CLEVERMOBIL e. V. immer wieder auf dasselbe Medium zurück, um auch auf diese Weise Überblick und Orientierung zu gewährleisten.

Das zentrale Medium, von dem hier gesprochen wird, ist das Überblicksbild.
„Überblicksbilder“ bezeichnen kindgemäß gestaltete Bilder, die die zentralen Strukturen eines bestimmten Fachgebietes (seinen „roten Faden“ also) in einem Überblick dergestalt darstellen, dass sie „auf einen Blick“ alles zeigen, was in dem jeweiligen Zusammenhang eine Rolle spielt.

Ein großer Vorteil der Arbeit mit Überblicksbildern besteht darin, dass sie es Kindern ermöglichen, sich immer wieder auf sie zurück zu beziehen und zu fragen, was gerade aktuelle Themen mit den einzelnen Schwerpunkten des Überblicksbildes zu tun haben könnten bzw. an welcher „Stelle“ sie eingeordnet werden können.
In diesem Sinne stellt das Überblicksbild gemäß den Forderungen der Lernpsychologie einen sehr hilfreichen „Ankerplatz“ dar, in den viele einzelne Infos angemessen eingefügt werden können.

Ein weiterer Aspekt, der für den Einsatz von Überblicksbildern spricht, besteht darin, dass mit ihrer Hilfe die zentralen, übertragbaren Aspekte des jeweiligen Themas sehr prägnant hervorgehoben werden können. Nur durch dieses Hervorheben der jeweiligen „über-thematischen“ und deshalb übertragbaren Elemente können die Kinder diese später nutzen, um sich auch parallele Themen leichter anzueignen.
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Grundsatz Nr. 4: Erst die Vermittlung des gesamten Überblicks – auf den dann die unterschiedlichsten Themen bezogen werden können
CLEVERMOBIL e. V. hat ein strukturiertes Konzept entworfen, mit dessen Hilfe sich Grundschulkinder den beschriebenen Überblick angemessen aneignen können. Ausschlaggebend waren hierbei v. a. die folgenden Überlegungen: 1. Es ist unrealistisch, von Grundschulen zu erwarten, dass sie sich über einen längeren Zeitraum hauptsächlich mit den Themen von CLEVERMOBIL e. V. beschäftigen. - Entscheidend ist somit, dass die Kinder auch mittels eines begrenzten Zeitumfangs einen ersten, angemessenen Überblick über ihre Welt gewinnen können.
2. Andererseits ist es auch eine Überforderung anzunehmen, dass Kinder mittels einer zeitlich begrenzten Aktion einen Überblick erwerben, den sie zugleich so „fest“ abspeichern, dass sie ihn auch noch in den folgenden Wochen und Monaten nutzen können, um sich die Aneignung ihrer Welt ebenso wie ihr Lernen zu erleichtern. – Entscheidend ist somit, dass die Kinder auch nach der ersten Vermittlung des Überblicks Hilfen und Anregungen erhalten, mit denen sie das Gelernte auffrischen, vertiefen und erweitern können.
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Überblick über die beiden zentralen Phasen, aus denen das Projekt besteht

Um den hier skizzierten grundsätzlichen Überlegungen zu entsprechen, hat CLEVERMOBIL e. V. ein Konzept entworfen, das aus den folgenden beiden Phasen besteht:

In der ersten Phase bearbeiten die Kinder das Thema Eis und erwerben dadurch einen ersten Überblick über ihre Welt. CLEVERMOBIL e. V. bietet hierzu entsprechende Hilfestellungen bezüglich Materialien, Fortbildungen und Aktionen in den jeweiligen Grundschulklassen.
Diese erste Phase umfasst etwa zwei bis drei Wochen, in denen sich die Kinder intensiv mit dem entsprechenden Thema auseinandersetzen.

In der zweiten Phase begegnen die Kinder ganz unterschiedlichen Themen – die aber immer wieder auf den ersten erarbeiteten Überblick bezogen werden. Das grundlegende Medium dieser zweiten Phase sind von CLEVERMOBIL e. V. entwickelte Forscherbücher, in denen ein Thema gemäß den oben aufgeführten Schwerpunkten dargestellt ist.
Auf diese Weise werden zwei Aspekte auf einen Schlag realisiert: Die Kinder lernen neue, spannende Ausschnitte ihrer Welt kennen – und zugleich behalten sie durch den Rückbezug auf das zuvor Gelernte einen grundlegenden Überblick.



Überblick über den Ablauf der 1. Phase

Die erste Phase gliedert sich in die folgenden Einheiten:

Bevor ein Mitarbeiter die Schüler besucht wird das Thema Rohstoffe und Rohstoffgewinnung im Sachunterricht erarbeitet.
(1) Salzwasser, Bergwerke & Salzgärten –
Wie gelangen die Menschen an Salz?
Welche Naturgesetze mussten sei dafür verstehen?

Zusammen mit einem Clevermobil-Mitarbeiter werden folgenden Themen erarbeitet:
(2) Was und wie arbeitet ein Forscher?
Eis, Salz & Wasser –
Wir erforschen eine Kältemischung und finden heraus, weshalb Salz für sie so wichtig ist.

(3) Zur Rohstoffverarbeitung:
Schokolade, Früchte & Sirup – Wir verarbeiten Rohstoffe und stellen Eis her.

(4) Wie kommt das Salz zum Eismann?
Über die Kraft von Brücken.

Die Lehrerin beendet die Thematik mit einfachen Versuchen zum Thema Haltbar machen ohne Anwesenheit eines Clevermobil-Mitarbeiters.

(5) Zum Haltbar machen:
Hitze, Bakterien & Schimmel – Oder wie Eis länger haltbar bleibt.

Anschließend kann ein wirtschaftlicher Aspekt zu diesem Thema ohne Clevermobil-Mitarbeiter im Sachunterricht aufgegriffen werden. Hier würde es sich anbieten wirtschaftliche Aspekte mit globalem Ansatz zu betrachten. Dies könnten beispielsweise weite Handelswege mit einem Vernetzen der Länder (Erdkunde), fairer Handel, ortsgebundenes Gemüse aus der Region, Energieaufwand für die Herstellung von Produkten sein.
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